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Neue GDI-Studie: «Die neuen Freiwilligen

Gemeinden fehlen die Präsidentinnen, der Feuerwehr die Helfer, den Turnvereinen die Aktuare. Klassische Freiwilligenarbeit wird immer unbeliebter. Dafür engagieren sich immer mehr Menschen kurzfristig und projektbezogen.

Die im Auftrag des Migros-Kulturprozent verfasste Studie «Die neuen Freiwilligen» geht den Ursachen und Konsequenzen dieses Wandels nach und formuliert Rahmenbedingungen für das zivilgesellschaftliche Engagement der Zukunft.

Wer sich zukünftig freiwillig engagiert, will

•           sich schnell und projektbezogen einsetzen.
•           nicht mehr nur Gratis-Arbeit leisten, sondern mitdenken und mitbestimmen.
•           Projekte hierarchiefrei verhandeln und entwickeln.

Die Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie vereinfacht den Austausch zwischen den Interessierten und hilft so Individualismus und Gemeinschaftlichkeit zu vereinen. Daraus könnte sich ein wachsender gesellschaftlicher Zusammenhalt entwickeln.

Die Studie «Die neuen Freiwilligen – Die Zukunft zivilgesellschaftlicher Partizipation» ist ab sofort in Deutsch und Französisch als kostenloser Download erhältlich: www.gdi.ch/freiwillige.



Neue Freiwillige wollen mitdenken und mitgestalten

Die klassische Freiwilligenarbeit befindet sich gemäss einer Studie auf dem Rückzug. Im Gegenzug nehmen kurzfristige und projektbezogene Engagements zu. Die neuen Freiwilligen wollen mitdenken und mitbestimmen können.

Lesen Sie dazu den Tagblattartikel vom 28. Mai 2018



Rückblick Workshop Momentum Ost

Am Samstag 21. April 2018 haben sich die Ideengeber zusammengefunden und gemeinsam in verschiedenen Kreativworkshops an der Weiterentwicklung ihrer Ideen gearbeitet.

Dabei waren die beiden Voting-Gewinner “Gestaltungsraum für Versäumnisse” von Christian Goritschnig mit über 2000 Stimmen und “Ostschweizer Impuls Cup – Zämme Schaffe” von Clara Esteve und Rhea Braunwalder. Auch mit dabei waren die Ideen “Seitenwechsel” von Franziska Ulmann, “share and rental” von Sabrina Sonderegger und Valentin Meichtry mit der Idee “Entlastung von Arbeitnehmenden bei der Betreuung von Angehörigen”.

Wir möchten uns auch nochmals herzlich bei unseren Sponsoren Raiffeisen, IGP Pulvertechnik AG, Amt für Arbeit und Wirtschaft und der FHS St.Gallen für die Ermöglichung von Momentum Ost bedanken.

Vielen Dank an alle Teilnehmenden fürs Mitmachen!



Wie freiwillig arbeiten die St.Gallerinnen und St.Galler?

Daniel Jordan, Projektleiter am Institut für Qualitätsmanagement und Angewandte Betriebswirtschaft (IQB-FHS)

Daniel Jordan, Projektleiter am Institut für Qualitätsmanagement und Angewandte Betriebswirtschaft (IQB-FHS)

Ob in Vereinen oder gemeinnützig, freiwilliges Engagement gehört zur Schweizer Kultur. Gemäss dem aktuellen Freiwilligen-Monitor leisten im Kanton St.Gallen 27% der Bevölkerung Freiwilligenarbeit in einem Verein, 43% engagieren sich informell etwa in der Nachbarschaftshilfe oder Kinderbetreuung. Das ist leicht über dem Schweizer Durchschnitt. Trotzdem: Wie eine Studie des Instituts für Qualitätsmanagement und Angewandte Betriebswirtschaft der FHS St.Gallen (IQB-FHS) zeigt sind die Freiwilligenorganisationen heute stark gefordert. Insbesondere beim Anwerben neuer Freiwilliger, bei der Raumsuche oder wegen der Rahmenbedingungen.

Rund 3000 Vereine gibt es im Kanton St.Gallen gemäss den offiziellen Listen der Gemeinden. Ein Drittel davon sind Sportvereine, ein Drittel Kultur- und Freizeitvereine und ein Drittel engagiert sich im Sozialbereich, im Gesundheitswesen, in der Kirche, im Bereich Natur und Umwelt und weiteren Feldern. Eine beeindruckende Anzahl. «Das St.Galler Vereinsleben ist aktiv und vielfältig», sagt denn auch Daniel Jordan vom Institut für Qualitätsmanagement und Angewandte Betriebswissenschaft (IQB-FHS) der Fachhochschule St.Gallen. Im Auftrag der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons St.Gallen (GGK) hat das IQB-FHS in den vergangenen Jahren mehrere Studien und Workshops zur Freiwilligenarbeit im Kanton durchgeführt.

Eher ältere Freiwillige

Der Freiwilligen-Monitor 2016 stellt den St.Gallerinnen und St.Gallern in Sachen Freiwilligenarbeit ebenfalls ein gutes Zeugnis aus. 27 % leisten formelle Frewilligenarbeit, engagieren sich also in einem Verein. Deutlich höher ist mit 43 % der Anteil informelle Freiwilligenarbeit. Dazu gehört beispielsweise die spontane Hilfe im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft oder die Betreuung von Kindern und die Pflege von Verwandten. «Der Kanton St. Gallen liegt im Bereich Freiwilligenarbeit leicht über dem Schweizer Durchschnitt», sagt Daniel Jordan. Am stärksten engagierten sich gemäss FHS-Studie Personen zwischen 46 und 55 Jahren, am wenigsten jene bis 25 Jahren. «Diese studieren häufig noch bzw. investieren in den Berufseinstieg und sind noch nicht sesshaft», nennt Daniel Jordan mögliche Gründe dafür.

Nachwuchswerbung als grösstes Problem

Freiwilliges Engagement ist zwar Teil unserer Kultur. Trotzdem sind die Vereine und Organisationen heute stark gefordert. Dabei ist nicht einmal das Geld das grösste Problem. «Zentral ist das Anwerben und das Halten bisheriger Freiwilliger», sagt Daniel Jordan. Viele Vereine kämpften gegen eine Überalterung. Im Moment könnten sie das noch kompensieren, in der Zukunft könnte der Nachwuchs aber fehlen. Weniger Mühe haben Sportvereine, schwieriger ist die Situation für politische Vereine oder solche, die sich traditionellem Brauchtum widmen. «Und die sozialen Vereine liegen irgendwo dazwischen», sagt Daniel Jordan. Tendenziell sei das Engagement in den Vereinen rückläufig. Das hat mehrere Ursachen:

-persönliche Gründe
-organisatorische Rahmenbedingungen
-fehlende Vereinsräume
-zunehmende Reglementierung

Bei den persönlichen Gründen ist vor allem der Faktor Zeit ausschlaggebend. Beruf oder Studium lassen immer weniger Zeit für eine aktive Vereinsmitarbeit. Eine gute Work-Life-Balance erhalte, gerade bei den Jungen, eine immer grössere Bedeutung. «Heute schauen die Leute stärker darauf, sich nicht zu übernehmen. Auch war früher der soziale bzw. äussere Druck höher, sich im Dorf zu engagieren.» Hinzu kommt der gesellschaftliche Trend zur Individualisierung. «Wir haben heute unendliche viele Freizeitmöglichkeiten, die wir einfach konsumieren können», sagt Daniel Jordan. Nicht zuletzt hat die Mobilität zu-, die Verwurzelung an einem Ort gegenüber früher jedoch eher abgenommen.

Freiwilligenarbeit honorieren

Organisatorische Rahmenbedingungen wie zum Beispiel unklare Aufgabenprofile, zu umfangreiche Tätigkeiten oder eine zu geringe Wertschätzungskultur wirken sich sowohl auf das Anwerben als auch auf das Halten bisheriger Freiwilliger aus. «Deshalb ist die Bindung der Freiwilligen extrem wichtig», sagt Daniel Jordan. So könnten die Vereine diese etwa zum Essen einladen, spezielle Events für sie organisieren, Vergünstigungen bei den Mitgliederbeiträgen anbieten oder die Möglichkeit geben, Vereinsräume privat nutzen zu können.

Fehlende Infrastruktur

Zunehmend schwieriger ist es für Vereine auch, geeignete Räume zu finden. Sei es, weil sie zum Beispiel in Konkurrenz zu anderen Vereinen oder Firmenanlässen stehen. Sei es, weil die Professionalisierung zunimmt. «Die Ansprüche an die Freiwilligen steigen je nach Tätigkeitsgebiet», sagt Daniel Jordan. Gerade im Gesundheitswesen müssten sie oft ähnliche Qualifikationen vorweisen wie Angestellte. Das bedeutet: Sie müssen extra Kurse besuchen. Ähnlich ist es bei den Sportvereinen. Anstelle des Staats erlassen hier die Verbände immer mehr Richtlinien und Vorschriften. «Dies kann die Alltagsarbeit in den Vereinen erschweren», sagt Daniel Jordan.

Ideelle, soziale und persönliche Motive

Was aber motiviert uns Schweizer zur Freiwilligenarbeit? Daniel Jordan sieht drei Hauptmotive:

-ideelle
-soziale
-persönliche

Viele Freiwillige möchten helfen, etwas Gutes bewirken und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Ebenfalls wichtig ist ihnen, gemeinsam mit anderen etwas aufzubauen, neue Leute kennenzulernen und in der Gemeinschaft etwas zu erleben. Nicht zuletzt spielt auch der Faktor Spass eine wichtige Rolle, die eigene Horizonterweiterung, das Sammeln von Erfahrungen oder eine «coole» Position auszuüben. «Gerade bei den Jungen stehen der Spassfaktor und der Nutzen im Vordergrund etwa für das Studium oder die berufliche Zukunft. Und sie möchten mitbestimmen, mitreden und mitgestalten», sagt Daniel Jordan. Deshalb sei es für Vereine bei der Neugewinnung Freiwilliger entscheidend, diese dort abzuholen, wo ihre Interessen lägen und sie ihre Fähigkeiten hätten. «Dann steigt die Chance, sie längerfristig zu halten.»

5,5 % des Bruttoinlandprodukts

Letztlich bringt das gesellschaftliche Engagement allen etwas. Gerade informelle Freiwilligenarbeit wäre in diesem Ausmass durch den Staat gar nicht finanzierbar. Studien gehen für das Jahr 2014 von 700 Millionen Stunden aus, das entspricht 5,5 % des Bruttoinlandprodukts und in etwa dem Aufwand für das Schweizer Bildungssystem. Neben dem finanziellen Nutzen fördert gesellschaftliches Engagement auch den inneren Zusammenhalt. «Diesen kann ein Staat nicht verordnen, das muss von der Bevölkerung selbst kommen und ist deshalb ein enorm wichtiger Beitrag», sagt Daniel Jordan.

Wie können Vereine, Kantone und Unternehmen Freiwilligenarbeit fördern?

Sowohl die Vereine als auch der Kanton oder Staat und die Unternehmen haben mehrere Möglichkeiten, gesellschaftliches Engagement zu fördern.

Die Vereine können zum Beispiel:

-Freiwilligeneinsätze attraktiv gestalten
-Einsätze zeitlich befristen (gerade für Junge)
-flexibles Erledigen der Aufgaben ermöglichen
-eine Einführungs-/Probezeit anbieten (allenfalls Mentoring-System)
-Einsätze wertschätzen etwa mit Anlässen
-die öffentliche Wahrnehmung verbessern

Die Kantone können zum Beispiel:

-finanzielle Förderbeiträge sprechen
-Infrastruktur zur Verfügung stellen
-öffentliche Anerkennung bieten
-Plattformen einrichten wie zum Beispiel Benevol
-Sensibilisierungskampagnen lancieren wie «Helden des Alltags»
-umsichtig sein beim Erlass von Vorschriften

Die Unternehmen können zum Beispiel:

-Corporate-Volunteering-Einsätze ermöglichen
-Infrastruktur und Räume zur Verfügung stellen
-Arbeitszeit für Freiwilligenarbeit anrechnen

Gute Work-Life-Balance

Gemäss den Studien engagieren sich Frauen eher in sozialen, Männer in Sportvereinen. Und vor allem selber Betroffene sind eher bereit zur Freiwilligenarbeit. Beim Anwerben bringt trotz zunehmender Digitalisierung das persönliche Gespräch den grössten Erfolg. «Aktiv auf die Leute zugehen und sie direkt ansprechen», sagt Daniel Jordan.



Gesellschaftliches Engagement zahlt sich aus

Wer mit dem Wettbewerb Schritt halten will, kommt nicht umhin, Verantwortung zu übernehmen. Umweltbewusstsein und Gemeinwohl sorgen bei Unternehmen sogar für ökonomische Stärke, belegt eine Studie. Aus frischen, gesunden Lebensmitteln leckere Gerichte so zubereiten, wie sie in den Ländern entlang des achten Längengrades gegessen werden: Für das Projekt “Kochschule für Kinder” wurde die Tiefkühlmarke Frosta 2017 mit dem Preis für engagierte Unternehmen “Mein gutes Beispiel” der Bertelsmann-Stiftung ausgezeichnet. Eine Shampooflasche aus Strandplastik verbindet, wie Procter&Gamble im Citizenship Report 2017 erklärt, innovatives gesellschaftliches Engagement mit operativem Wachstum. Und GoHelp ist die strategische Partnerschaft zwischen DHL und den vereinten Nationen in Phasen des Katastrophenmanagements, der Prävention und Katastrophenhilfe.

Die drei Beispiele stehen stellvertretend für die wachsende Bereitschaft von Unternehmen, ökologische und soziale Verantwortung zu übernehmen. Dafür werden sie von der Gesellschaft mit Vertrauen und einer guten Reputation belohnt. Gemeinwohl wirkt aber auch auf die Unternehmensentwicklung und ist der Schlüssel zu wirtschaftlichen Erfolgen, wie die Studie “Total Societal Impact: A New Lense for Strategy” der Boston Consulting Group (BCG) beweist.

Lesen Sie den gesamten Artikel



Jetzt abstimmen: 14 Ideen für gesellschaftliches Engagement

Ein Gestaltungsraum für Versäumnisse, eine Awareness-Kampagne für den Wert geleisteter Betreuung durch Grosseltern oder eine firmeneigene Plattform, auf der Eltern Kleider und Sportausrüstungen für ihre Kinder teilen oder verleihen können. 14 Ideen sind auf Momentum Ost zum Thema gesellschaftliches Engagement eingegangen. Welche davon gefällt Ihnen am besten? Stimmen Sie jetzt ab.

«Ach, hätte ich doch…» Sicher dachten Sie das auch schon mal. Hätten Sie gerne einen anderen Beruf gelernt? Hatten Sie einmal etwas ganz anderes vor in Ihrem Leben? Oder sind Sie nie Ihrer inneren Leidenschaft nachgegangen? Je älter wir werden, desto deutlicher wird uns vielleicht bewusst, was wir im Leben versäumt haben. Ein Gestaltungsraum für Versäumnisse soll deshalb Menschen die Möglichkeit geben, das Versäumte nachzuholen und so Sinnvolles zu leisten, bis ins hohe Alter agil zu bleiben und mit sich selber Frieden zu schliessen. Dies ist eine der 14 Ideen zum Thema gesellschaftliches Engagement, die Ideengeberinnen und Ideengeber aus der ganzen Ostschweiz bei Momentum OST bis zum Stichtag 15. Januar eingereicht haben.

Betreuungsarbeit in Zahlen und Franken

Eine andere Idee möchte den Wert der Betreuungsarbeit sichtbar machen, die Grosseltern alljährlich leisten. Ziel ist es, den volkswirtschaftlichen Nutzen in Zahlen und Franken aufzuzeigen. Die Ideengeberin ist selbst Grossmutter, die ihre Enkelkinder hütet. Sie wünscht sich deshalb aktuelle und konkrete Zahlen für den Kanton.

Kinder kosten. Sie entwachsen ständig ihren Kleidern und probieren gerne neue Sportarten aus, wofür sie natürlich die entsprechende Ausrüstung brauchen, die ihnen dann bald wieder zu klein wird. Wieso also nicht eine firmeneigene Plattform einrichten, auf der Mitarbeitende Kleider, Ausrüstungen und anderes teilen, weitergeben oder verleihen können?

Seitenwechsel im Job, eine App, auf der Industrieabfälle für eine zweite Verwendung angeboten werden, geheime Wünsche erfüllen oder Arbeitnehmende bei der Betreuung von Angehörigen entlasten – vielfältiger könnten die Ideen gar nicht sein. Jetzt sind wir gespannt, wie unsere vierköpfige Jury mit Gabriela Manser, Savvas Legidis, Peter Künzle und Natalie Brägger die Ideen bewerten.

Und welche Idee holt den Publikumspreis? Hier zählt Ihre Stimme. Liken Sie die Ideen, die Ihnen am besten gefallen. Die Abstimmung läuft bis am 9. Februar. Hier geht es zu den Ideen.



Ein Stück kontrollierte Verrücktheit

Interview mit Tragor Falk, Teilnehmer Momentum Ost 2016. Kreativmethoden anwenden, von den Erfahrungen anderer lernen, sich gegenseitig herausfordern und mit einer Idee in zwei Minuten überzeugen: Für Falk Tragor sind dies die grössten Benefits, die er aus dem zweitägigen Workshop von Momentum OST mitnimmt. Der Head of Strategic Product Optimisation bei der IGP Pulvertechnik AG in Wil wendet die gewonnenen Erkenntnisse jetzt bei seiner Arbeit als Leiter des Kreativteams an.

Wieso hast du bei Momentum OST mitgemacht?

Falk Tragor: Ich wollte erst gar nicht. Meine Idee ist noch zu unfertig, dachte ich. Und doch reizte es mich. Zumal mich das Thema Innovation beruflich wie auch in meiner Weiterbildung beschäftigte und ich gerne mehr über Kreativmethoden lernen wollte. Also reichte ich meine Idee ein – am letzten Tag.

Um was geht es dabei?

Falk Tragor: Ich hatte die Idee für ein unternehmensübergreifendes Sponsoringkonzept, das sich auf Randsportarten fokussiert. Dabei stellen sich international tätige Unternehmen aus der Ostschweiz als potenzielle Sponsoringpartner für Ostschweizer Leistungs- und Spitzensportler aus Randsportarten zur Verfügung. Für die Unternehmen kommt dies weniger teuer, sie haben aber trotzdem einen Nutzen. Ist die Sportart im Ausland beliebt, dann ist die Sportlerin oder der Sportler ein guter Werbeträger, sofern ihre oder seine Leistung dem internationalen oder zumindest dem Niveau des Ziellandes entspricht. Und auch im eigenen Land wäre ein Imagegewinn möglich. Vor allem dann, wenn die Sportlerin, der Sportler dank der Unterstützung des Unternehmens den Durchbruch schafft.

Der Jury und dem Publikum hat deine Idee gefallen, sie haben sie neben sechs anderen ausgewählt.

Falk Tragor: Ja, das hat mich überrascht. Es war ganz schön mutig, die Idee in diesem Zustand einzureichen. Und gleichzeitig ein Vorteil. Ich habe viel von den anderen Teams gelernt, die mit ihren Ideen schon weiter waren. Ich befand mich ja immer noch mitten in der Ideenfindung und habe meine Idee erst im Workshop mithilfe der vorgestellten Methoden und den Inputs der Coaches weiterentwickelt.

Wie hast du den Workshop erlebt?

Falk Tragor: Es war ganz schön schwierig, mein abstraktes Sponsoringkonzept mit Lego Serious Play darzustellen. Ich kannte das vorher nicht. Gefallen hat mir, dass sich die Teams gegenseitig herausgefordert und angespornt haben. Das fand ich spannend. Gerade das Hinterfragen einer Idee bringt einen weiter.

Und was war die grösste Herausforderung?

Falk Tragor: Der zweiminütige Pitch, in dem wir unsere Idee präsentierten und das Publikum überzeugen mussten. «Pitch» ist bei uns in der Firma mittlerweile ein geflügeltes Wort. Wir nutzen diese Form der Präsentation jetzt immer, wenn wir ein Thema besprechen. Mittlerweile geht das auch spontan. Das war beim ersten Mal im Workshop anders. Völlig unvorbereitet mussten wir den Teilnehmern in dieser kurzen Zeit unsere Idee zusammenfassen. Weil wir daran arbeiteten, konnten wir dann der öffentlichen Präsentation zum Abschluss gelassener entgegensehen.

Was hast du aus dem Workshop für deine tägliche Arbeit mitgenommen?

Falk Tragor: Vor allem Methodenkenntnisse. Als Leiter des bereichsübergreifenden Kreativteams kann ich sie gut anwenden. Unser Ziel ist es, Ideen zu entwickeln, die zur Firma passen. Dabei geht es um die Ideenfindung aber auch um die Ideenbewertung und die Frage, welches Potenzial sie haben. Wir übernehmen hierbei eine andere Denkweise. Anstatt eine Lösung für ein Problem zu suchen, suchen wir das Ungewöhnliche. Und es geht darum, Hemmungen zu überwinden und neue Dinge auszuprobieren. Sich zu trauen, ohne vorerst zu wissen, wohin es geht.

Würdest du wieder bei Momentum OST mitmachen?

Falk Tragor: Unbedingt. Insbesondere mit einer noch unreifen Idee. Der Workshop hat sich bezahlt gemacht. Nicht nur wegen der gelernten Methoden und wegen des Erfahrungsaustausches, sondern weil er kindliches Experimentieren zulässt, ein Stück kontrollierte Verrücktheit.



Sinnvolle Arbeit fördert die Motivation

Wieso sollen Unternehmen ihre Mitarbeitenden beim gesellschaftlichen Engagement unterstützen? Welche Vorteile bringt es ihnen? Heute ist im Bildungsmagazin Substanz der FHS St.Gallen der Artikel “Sinnvolle Arbeit fördert die Motivation” erschienen. Er zeigt auf, wie Momentum Ost Innovationsmanagement, Mitarbeitermotivation und Unternehmenskultur vereint!

Lesen Sie hier den gesamten Artikel



Das Arbeitsvolumen von Ehrenamtlichen in Sportvereinen in der Schweiz entspricht rund 23’000 Vollzeitstellen

Der Artikel “Vereinsmüde Kinder? Das ist falsch!” im Tagblatt vom 18. November 2017 thematisiert das freiwillige Engagement in Sportvereinen. In der Schweiz gibt es rund 19’000 Sportvereine mit rund zwei Millionen Aktivmitgliedern. Das Arbeitsvolumen der Ehrenamtlichen entspricht rund 23’000 Vollzeitstellen und einem Wert von 2 Milliarden Franken.

Laut dem St. Galler Tagblatt sind die Hauptsorgen der Verbände die Gewinnung und Bindung von Nachwuchskräften und Ehrenamtlichen.

Brauchen auch Sie Unterstützung bei einem ehrenamtlichen Engagement oder möchten Sie als Unternehmen aktiv werden? Dann geben Sie eine Idee bei Momentum Ost ein und unterstützen Sie die wertvolle Freiwilligenarbeit in der Ostschweiz.



Den richtigen Moment für die Idee erwischen, Interview mit Remo Rusca von VillageOffice

Moderne Arbeitskultur, weniger Stau und wieder mehr Leben in der Gemeinde: VillageOffice geht gleich mehrere Herausforderungen unserer Zeit an. Das Coworking-Netzwerk ermöglicht mit lokalen Gemeinschaftsbüros flexibles Arbeiten, reduziert Pendlerströme und stärkt und belebt den Ortskern. Wie eine Idee immer grössere Kreise zieht, auch dank Momentum OST.

Remo Rusca ist immer zwei, drei Schritte voraus. Nicht dass er in der Zukunft leben würde, er ist absolut präsent und fest in der Gegenwart verankert. Nur seine Ideen fliegen ihrer Umsetzung voraus. «Ich ticke in der Zukunft», sagt er von sich. Das wurde ihm einmal mehr vor einem Jahr im Kreativworkshop des Instituts für Innovation, Design und Engineering (IDEE-FHS) der Fachhochschule St.Gallen (FHS) bewusst. Mit VillageOffice hatte er zuvor die Jury von Momentum OST und das Publikum überzeugt. Diese hatten seine sowie sechs weitere aus den insgesamt 23 eingegangenen Ideen ausgewählt.

Idee musste aus dem Kopf hinaus

Im Workshop entwickelten die Teilnehmenden unter Anleitung von Coaches und Mentoren aus verschiedenen Fachbereichen ihre Idee weiter und visualisierten sie mithilfe von Lego Serious Play. «Die Idee musste aus meinem Kopf heraus. Dabei waren die erlernten Methoden sehr hilfreich. Wir haben damals genau das gebaut, was wir heute diskutieren und im Team konkret verfolgen», erinnert sich Remo Rusca.

Schweizweit aktuell 38 Standorte

Was mit den Coworking-Spaces der Gründungspartner begonnen hat, ist mittlerweile zu einem schweizweit verzweigten Coworking-Netzwerk geworden mit aktuell 38 «community-basierten Räumen für Arbeit» von Genf über Olten, Sempach und Frauenfeld bis nach Scuol im Unterengadin. Auch das Tessin soll bald auf der VillageOffice-Landkarte erscheinen. In Brugg-Windisch und Solothurn wurden Coworkings anhand von Kooperationsmodellen mit Immobilienpartnern eröffnet, ein weiteres Projekt mit SwissLife ist soeben gestartet.

In der Ostschweiz gibt es mehrere Standorte. Und es kommen weitere hinzu. Derzeit begleitet Remo Rusca und das VillageOffice-Team die Gemeinde Lichtensteig im Aufbau eines lokalen Gemeinschaftsbüros. In Münchwilen entsteht ebenfalls ein VillageOffice. Dieses soll nicht nur flexible Arbeitsplätze, sondern auch ein Netz von lokalen Leistungen bieten. Kürzlich trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger, um beim Aufbau mitzuwirken.

Immer lokal verankert

Das zentrale Element bei jedem Gemeinschaftsbüro-Projekt ist die Zusammenarbeit mit engagierten Menschen vor Ort. «Coworking ist der Impuls für ein VillageOffice. Aber erst die Vernetzung mit lokalen Dienstleistungen und dem Gewerbe ergibt eine starke Community und lokale Relevanz», sagt Remo Rusca. Im Unterschied zu anderen Coworking-Modellen seien sie dezentral organisiert. Ein VillageOffice sei immer lokal verankert und als Genossenschaft organisiert, um die unterschiedlichen Interessen auf Basis des Selbsthilfeprinzips zu vernetzen. «Wir sind ein Enabler mit einem nationalen Ökosystem.»

Methoden, Reflexion, Präsentation

Neben den gelernten Kreativmethoden zur Ideenweiterentwicklung schätzt Remo Rusca an Momentum Ost die Möglichkeit zur Reflexion mithilfe dieser. «Wir wissen, dass unsere Idee gut ist. Sie zu testen und zu reflektieren, hilft aber enorm. Besonders dann, wenn verschiedene Menschen im Team unterschiedliche Ansichten einbringen. Schliesslich gilt es, abzuschätzen, für welchen Aspekt der Markt reif ist.» Der Markt und die Kunden reagierten immer langsamer, als die Initianten es sich wünschten. «Die grosse Herausforderung ist es, Geduld zu haben. Für jede Idee muss man den richtigen Moment erwischen, weil man das perfekt geschärfte Service-Offering über mehrere Lernzyklen und Co-Creation Loops durchlaufen hat.» Ein weiterer Vorteil von Momentum OST sei die Chance, die Idee öffentlich vorstellen zu können, um für Investorenpräsentationen zu lernen und «Momentum» zu gewinnen.

Mehr Impressionen von Momentum OST? Schauen Sie sich den Film über die erste Ideenfindung 2016 an und erfahren Sie, was die Teilnehmer über den Workshop sagen.



Die Ideenfindung startet am 15. November 2017

Momentum OST – Ihre Idee möchten wir haben

Die Initiative Momentum OST geht in die zweite Runde. Gesucht sind ab sofort bis am 15. Januar 2018 Ideen zum Thema «Gesellschaftliches Engagement». Unterstützen auch Sie uns mit einer Idee.

Was will Momentum OST 2017?

Einerseits sollen innovative Ideen zu Freiwilligenarbeit identifiziert, andererseits Mitarbeitende Ostschweizer Unternehmen unterstützt werden, eigene Ideen weiter zu entwickeln und zur Umsetzung vorzubereiten. Ziel von Momentum OST ist, dass Unternehmen, Organisationen und Institutionen ihr gesellschaftliches Engagement verstärken oder ihre Mitarbeitenden dabei unterstützen.

Wieso sollen Sie Ihre Idee einreichen?

Nutzen Sie die Chance. Die besten Ideen schaffen es weiter. An einem zweitägigen Workshop konkretisieren Sie Ihre Idee mithilfe von Coaches und Mentoren aus unterschiedlichen Fachgebieten in Kreativsessions. Und Sie tragen mit Ihrer Idee zu einer starken Region Ostschweiz bei.

Was ist Momentum OST?

Momentum Ost ist eine Initiative zur Stärkung des Wirtschaftsraums St.Gallen-Bodensee, lanciert vom Institut für Innovation, Design und Engineering (IDEE-FHS). Mit der jährlichen Ideenfindung möchten wir Mitarbeitende von Ostschweizer Unternehmen und Organisationen dabei unterstützen, ihre Idee voranzubringen.

Bringen Sie Ihre Idee zum Fliegen. Reichen Sie sie jetzt ein.